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Leistungen der Privathaftpflicht

Die Privathaftpflichtversicherung – an den Leistungen messen

Er wird sehr gerne unterschätzt, ist relativ preiswert und kann doch erhebliche Unterschiede aufweisen – der Versicherungsvertrag zur Privathaftpflicht. Die Privathaftpflichtversicherungsleistungen gehen nämlich deutlich über die Regulierung von berechtigten Ansprüchen hinaus, auch wenn allein dieser Teil des Versicherungsschutzes schon ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis darstellt.

Leistungen nicht unterschätzen

Die Möglichkeiten zum Schadenersatzanspruch von Seiten Dritter sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) eindeutig geregelt: Geschädigte müssen in eine Lage versetzt werden, die der vor dem verursachten Schaden entspricht. Allerdings ist zunächst zu prüfen, ob der Belangte auch wirklich für den Schaden verantwortlich gemacht werden kann. Hier setzen die Leistungen der Privathaftpflichtversicherung bereits an, denn die Versicherung wird zunächst die Berechtigung der erhobenen Ansprüche auf den Prüfstand stellen. Sieht sie keine Schuld bei ihrem Versicherungsnehmer, wehrt sie die gegen ihn gerichteten Forderungen ab. Dazu strengt die Versicherung notfalls auch das Gericht, Gutachter oder andere Verfahren zur Beweisführung an.

Ist die Schuld aber erwiesen, wird die Versicherung die Leistungen in berechtigter Höhe erbringen. Auch hier gehen die Versicherungsnehmer also sicher, dass die Forderungen nicht überzogen sind. Dieser passive Rechtsschutz wird oft unterschätzt, gehört aber bedingungsgemäß zu den wichtigen Privathaftpflichtversicherungsleistungen. Die Versicherten grenzen mit diesem Vertrag also nicht nur ihr finanzielles Risiko kalkulierbar ein, sondern auch die Gefahr von Rechtsstreitigkeiten. Fehler durch unachtsames oder unaufmerksames Verhalten können immer passieren, die Folgen allerdings können erheblich sein.

Versicherungsumfang und versicherter Personenkreis – wichtige Kriterien

Ist der Versicherungsnehmer für einen Sachschaden verantwortlich, weil beispielsweise etwas umgestoßen oder fallen gelassen wurde, muss der Wert dieser Sache unter Berücksichtigung von Alter und Abnutzung, also zum Zeitwert, ersetzt werden. Schwieriger stellt sich die Situation bei Personenschäden dar, die fahrlässig oder grob fahrlässig verursacht werden. Hier schlagen nämlich die Behandlungs- und Therapiekosten zu Buche, bei dauerhaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen auch Invaliditätsrenten oder Aufwendungen wegen des Verdienstausfalls. Die Leistungen der Privathaftpflichtversicherung umfassen natürlich auch diese erheblichen Kosten, nicht zuletzt deswegen bewegen sich die Deckungssummen im Millionenbereich.

Die Unterschiede zwischen den Vertragsangeboten der einzelnen Versicherungsgesellschaften beziehen sich nicht nur auf den Preis, insbesondere die Inhalte sind hier entscheidend. So variiert beispielsweise der versicherte Personenkreis erheblich: Nicht alle Verträge bieten kostenfreien Versicherungsschutz für volljährige Kinder, die noch zu Hause leben, sich aber bereits in einer Ausbildung befinden. Haushaltshilfen oder Babysitter sind ebenfalls nicht immer mitversichert, ebenso ist bei der Benutzung bestimmter Sportgeräte, wie zum Beispiel von Surfbrettern oder Snowboards, auf den expliziten Einschluss zu achten.

Die Vertragsdetails sind umfangreich und oft schwer zu durchschauen. Vor allem aber ist der Bedarf sehr unterschiedlich, denn ein Single benötigt keine Absicherung von volljährigen Kindern, ein Rentner nicht den Einschluss von Ansprüchen wegen des Verlustes dienstlicher Schlüssel. Es ist also bei der Auswahl einer passenden Versicherung von vornherein zu prüfen, welche Leistungen denn wirklich notwendig sind. Darüber hinaus können einige Einschlüsse variabel gestaltet sein, wie zum Beispiel die wichtigen Mietsachschäden – die natürlich nur für Mieter interessant sind. Verursacht ein Mieter nämlich fahrlässig oder grob fahrlässig einen Wohnungsbrand, wird sich der Hausbesitzer bzw. seine Gebäudeversicherung wegen der Beschädigung der Bausubstanz bei ihm schadlos halten.

Ein weiterer Aspekt ist die Absicherung von Forderungsausfällen, wenn der Versicherungsnehmer selbst durch einen Dritten geschädigt wird und dieser keine Privathaftpflichtleistungen in Anspruch nehmen und den Schaden auch nicht selbst bezahlen kann. Dann könnte die eigene Privathaftpflicht einen Großteil der Kosten übernehmen. Es ist also immens wichtig, dass der kleine Versicherungsvertrag zur Privathaftpflicht genau auf die konkreten Bedürfnisse zugeschnitten wird, um die Funktion optimal zu erfüllen.